|

|
Gegründet wurde die Firma 1925 von Alois Hieble, zunächst als Reparatur- und Handelsbetrieb für Landmaschinen. Als zweites Standbein gab es ein
Elektrogeschäft. Im Jahr 1964 übernahm Rudolf Hieble den Landmaschinenbereich. Er begann mit der Konstruktion von Maiserntemaschinen und deren Herstellung, einige Jahre später stellte man sogenannte Mist- oder Hofschlepper her. Der Weg zum fertigen Schlepper war damit
vorgezeichnet. Seit 1975 werden Eigenbau- Schlepper hergestellt und unter dem Namen Bergmeister
vertrieben. Es sind Spezialtraktoren und Schmalspurschlepper, die sich durch einige Besonderheiten aus- zeichnen. Zu Beginn waren es Traktoren, die vorwiegend aus Komponenten der |
| Mc Cormick-IH-Schlepper
hergestellt wurden, denn für den Vertrieb von
Mc Cormick-IH-Schleppern hatte sich Alois Hieble einst entschieden. Hier nutzte man die guten
Geschäftskontakte, aber auch das Wissen und die Erfahrenheit um dieses
Produkt und der Kunde hatte zudem den Vorteil, dass bei einer schnellen
Reparatur der IHC-Händler vor Ort oftmals helfen konnte. Aber es waren
natürlich keine reinen IHC-Traktoren, die hier verkauft wurden. So wurde
beispielsweise die Kupplungsglocke selbst angefertigt und zwar als
wesentlich kürzeres Bauteil als das Original, das ursprünglich für den
Schlepper vorgesehen war. Auch die Achsen waren nicht aus der Serie
übernommen, man wählte ZF-Achsen, die Vorderachse mit zentrischem
Drehpunkt und Allradantrieb. |
|
|
| Damit war
es gelungen, einen kürzeren Achsab- stand gegenüber dem Serienschlepper
zu erreichen und gleichzeitig einen besonders niedrigen Schwerpunkt zu
schaffen, der den Schlepper wesentlich wendiger und rangierfähiger machte als die der wenigen auf dem Markt befindlichen
Mitbewerber, und der bedingt durch den niedrigen Schwerpunkt recht sicher in Hanglagen zu
betreiben war. Das Wichtigste aber: man hatte es geschafft, den ersten Allrad-Schmalspurschlepper anzubieten. Mit diesem Konzept war man recht erfolgreich, doch erkannten die Standard-Traktorenhersteller recht schnell diese Marktlücke und versuchten, hier selbst Fu8 zu fassen. Sie hatten den Vorteil, einen vorhandenen Serienschlepper einfach mit kurzen Achsen und einer etwas kleineren Bereifung aus- zurüsten, und schon war der Schmalspurschlepper fertig. |
|
|
|
Allrad-Kabinenschlepper
mit Krautvollerntemaschine
|
|
| Der Vertrieb konnte über die vorhandene Händlerschaft abgewickelt werden. Diesen Vorteil nutzten nicht wenige Schlepper-Hersteller. Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Firma Hieble beim eigenen Schlepperbau eigenständig. So werden die Motoren seit jener Zeit von John Deere bezogen. Eine
Garantie dafür, dass sich die Firma nur mit modernster Antriebstechnik zufrieden gibt. Gleiches gilt bei der Verwendung der Getriebe und Achsen, die nach wie vor von der
ZF bezogen werden, aber modernster Technik entsprechen. Auch Kabinen, die auf Wunsch geliefert wurden, wurden zugekauft. Dann vor fünf Jahren starb der Seniorchef. |
|
|
|
Pflegeschlepper
mit verstellbarem Sichelmähwerk |
|
| Nach seinem Tod gab es Überlegungen, wie die
Firma wohl weitergeführt werden sollte. Was man hatte, war ein guter Name bei der Kundschaft, und es gab runde 3000 Schlepper, die noch im Einsatz waren. Also gab es keinen Grund, aufzuhören. Die Anfang der neunziger Jahre begonnenen
Konzepte wurden konsequent weiterverfolgt und noch intensiver ausgebaut. So hat man beispielsweise eine eigene Kabine entwickelt, die neben einer formschönen, gewölbten Frontscheibe ein
modernes Design vermittelt. Radabdeckungen, Motorhaube und weitere Bauteile werden von der Firma selbst beigebracht, so dass der Kundschaft ein festes Programm von vier Typen geboten werden kann. Die Leistungen reichen dabei von 55 bis 95 PS, was 40 bis 70 kW entspricht. Für diese
Leistungsklassen steht der Kundschaft wiederum ein reichhaltiges Zubehörangebot zur Auswahl, das auf den jeweiligen späteren Einsatz individuell
zugeschnitten werden kann. |
|
|
|
Schmalspur-Allradschlepper |
|
| Deutlich wird dies einmal mehr beim Angebot der Bereifung, die in nicht
weniger als zehn Grö8en zur Auswahl gestellt wird. Her- gestellt werden die Bergmeister-Traktoren für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke. So sind sie im Weinanbau, auf Obstplantagen, beim Hopfenan- bau, auf Gemüsefeldern, in Gärtnereien und Baum- schulen anzutreffen. Dann gibt es den Kommunal- bereich, der den Bergmeister-Traktor ebenfalls entdeckt hat. Erst vor wenigen Monaten hatte die Kommune am Starnberger See einen dieser
Traktoren erhalten und wie zu hören ist, ist man sehr zufrieden damit.
|
|
|
| Besonders stolz ist man auch dar- auf, dass einige der Traktoren Einzug in die Industrie gefunden haben. So laufen alleine bei der Firma BMW in München gleich mehrere Maschinen. Ein Zeichen, dass man dort bereits mit der ersten Maschine sehr zufrieden war, wären doch sonst
keine weiteren gefolgt. ”Verglichen bei Ausschreibungen wird man immer mit den
Fendt-Schmalspurtraktoren. Und hier zählt nicht allein der Preis, sondern viel wichtiger sind die technische Konzeption, die Lautstärke vor allem bei Lieferungen mit Kabinen und die Wendigkeit eines Schleppers. Wenn wir hier hinter den
Fendt-Traktoren zurückstehen würden, so könnten wir keinen unserer Traktoren verkaufen, selbst wenn er nur den halben Preis kosten würde” so wusste der
Betriebsleiter zu erzählen. Vor wenigen Monaten hatte man nun eine EU- Zulassung erwirkt, um den Export noch weiter aus- zubauen. Der derzeitige Kundenkreis, der über den deutschsprachigen Raum hinaus auch in Holland, in Belgien und Frankreich zu finden ist, soll damit noch weiter ausgebaut werden. So ist es das Ziel der Firmenführung, auch den italienischen Raum zu erschlie8en, ebenso die Iberische Halbinsel, denn hier gibt es sehr viele Möglichkeiten, bei denen die- se Spezialtraktoren zum Einsatz kommen können. Ein Bergmeister-Traktor ist eben kein
Massentraktor, sondern ein individuell angefertigter Traktor nach den Wünschen des Kunden.
|
|
|
|
Ein Bergmeister-Traktor aus den siebziger Jahren, als noch IHC-Komponenten zum Einbau gelangten.
|
|